10 trials and no more reels

 

09.10.2019 19:30 Lothringer 13, München

 

 

10 trials and no more reels ist eine Aktionsreihe von Sebastian Hirn in der gängige Gattungsgrenzen zwischen Musik, Tanz, Theater und bildender Kunst aufgehoben werden. Ein Krabbenkutter wurde mit Kettensägen in Teile zerlegt. Anschließend wurden die Teile in einem alten Schwimmbad in München wieder zusammengefügt. Der Raum wurde über ein Jahr lang in verschiedene Konstellationen aus Tänzern und Musikern bespielt. 

Nachdem das Schiff in einer alten Farbenfabrik in München Sendling teil einer Aktion war, wurde es in der Lothringer13 installiert, bevor es nach Zürich in die Rote Fabrik reiste. 2018 war die Arbeit in der Schwere Reiter in München und im Kunstraum Nestroyhof in Wien zu sehen, wo die Installation nach der Aktion für mehrere Wochen ausgestellt wurde. Bei der Finissage wurde das Schiff öffentlich zerlegt. 

In diesem Jahr wird das ‚Nest‘ in der Lothringer13 bespielt. 10 Trials and no more reels geht anschließend ins Switch Lab nach Bukarest.

Die Musiker werden mit den Tänzern und Performern die Grenzen von Raum und Klang, Körper und Zeit ausloten und physisch für alle Anwesenden sinnlich erfahrbar machen – sie sind mit Ihren Körpern und Instrumenten unmittelbar involviert und die Performer Teil des ‚Klangkörpers‘.

Ausgehend von einer radikal subjektiven Beschäftigung mit Buster Keatons filmischen Werk wird in 10 Trials and no more reels der menschliche Körper aus seinem unmittelbaren Regelzusammenhang gelöst und befragt. Jeder Tritt führt ins Ungewisse, die Schwerkraft scheint außer Kontrolle, das Koordinatensystem ist unsicher geworden, die Körper werden ungeschützt der Umgebung ausgesetzt, Schichten werden freigelegt, die Konstruktion kommt zum Vorschein, neue Perspektiven entstehen. Wie Readymades werden die Objekte und Instrumente zur eigenständigen Skulptur, zur abstrakten Form. In der Umkehrung des Horizonts erscheinen die engen Grenzen unser Realität.

 

Konzeption/Installation: Sebastian Hirn

Bass: Florian Götte

Perkussion: Zoro Babel

Performer: Natália Fernandes, Julia Keren Turbahn, Sebastian Hirn

Photos: Bijon de Kock